Maskiert – ein offenes Archiv der Maskengeschichte

Ab Mittwoch 31. März wurde in Berlin die FFP2 Maske für viele öffentliche Bereiche Pflicht, dadurch wurde dort die Vielfalt der Maskenmodelle beendet. Dieses Archiv will die unterschiedlichen Modelle, die im letzten Jahr entstanden sind sammeln.

Die Maske ist wohl das sichtbarste Symbol der Corona-Krise. Als die Mimik als wichtiger Bestandteil der Kommunikation verdeckt wurde, konnte durch die Wahl der Maske etwas Individualität ausgedrückt werden. Sie konnte auch selbst kostengünstig und wiederverwendbar hergestellt werden z.B. aus alten Bettlaken und BHs und mit DIY Anleitungen im Netz. Designer und kleine Läden, die wegen den Corona-Massnahmen schliessen mussten, vertrieben online selbst hergestellte Modelle aus aussergewöhnlichen Stoffen und mit kreativen Design und auch Protest, Kritik und Ironie konnten zum Ausdruck gebracht werden. Bald gab es sie auch in den grossen Modeketten, als Sportmaske und Luxusvariante passend zum Outfit, Schlauchschals und Visiere boten alternative Anwendungen.

Bitte schickt uns Fotos von euren Masken mit optionalen Infos:
Name, Ort, Datum der Herstellung / Kaufs, Hersteller, Material, Kosten und persönliche Geschichte ca. 650 Zeichen

14. Mai, La Retalera, Madrid, Instagram, Vertrieb Etsy, Stück 15€

Am Anfang hiess es offiziell Masken schützen nicht vor dem Virus, dann mussten wir sie plötzlich beim Einkaufen tragen, nur gab es quasi keine zu kaufen. Mein Partner erstand zwei chirurgische in einer Apotheke, aber mir wurde immer etwas übel beim Tragen und ich fühlte Fussel in Mund und Lunge. So war ich froh, dass eine Bekannte, die aussergewöhnliche Stoffe vertreibt und ihren Laden wegen dem Lockdown schliessen musste, welche aus diesen Stoffen nähte und online mit 5 Filtern verkaufte, die schwarze mit japanischen Blüten und orangen Bändern gefiel mir besonders gut. Diese Maske vertrug ich besser, das Atmen viel mir dennoch auch damit schwer.

1. April, Tischdecken, Bettlaken, Gummibund, Nähen privat, Stück 2€

Eines Tages kam die „Anordnung“, dass jeder Bürger eine Gesichts-Nasenbedeckung tragen müsse. Man hatte sowas schon mal bei asiatischen Besuchern gesehen, aber nie genau hingeschaut, wie die Masken genau aussehen. Also war Kreativität gefragt. Eine Tischdecke und ein Bettlaken wurden zusammen mit einem Gummiband zu einer Bekannten gebracht, die nähen konnte und eine Nähmaschine hatte. Diese hat dann mit viel Phantasie Masken in diversen Grössen genäht, damit „jedes Gesicht“ darunter Platz hat. Man konnte sie auch waschen und bügeln und dadurch desinfizieren. Erst viel später kamen die genormten und industriell gefertigten Masken auf den Markt.

14. Dezember, aus Resten Biobaumwolle, Laden Berlin, Stück 25-29€

Ich fand das ständige Masken auf- und absetzen ziemlich nervig und ich wusste auch nie wohin mit der Maske, wenn ich sie nicht trug, daher bot ein Schlauchschal eine praktische Alternative, er konnte stetig am Hals getragen und bei Bedarf hochgezogen werden. Auch hält er den Hals warm und ist auch nachdem hoffentlich die ganzen Verordnungen nicht mehr gelten nützlich. Diesen kaufte ich am 14. Dezember kurz vor dem erneuten Lockdown am 16. Dezember in einem netten, kleinen Laden in Berlin, die Besitzerin hat ihn selbst gemacht aus den Resten eines Stoffes aus Biobaumwolle, aus dem sie ein Kleid für ihre Tochter genäht hatte, also war er zudem noch aus recyceltem Material.

Oktober, Klarsichtmaske, smile by eGo, made in Germany, 9,75€

Im Herbst bestellte mein Bruder für seine Mitarbeiter in der Firma offiziell zugelassene Visiere, um ihnen das Arbeiten mit Maske zu erleichtern. Auch ich probierte eines aus und fand das Tragen viel angenehmer und hygienischer, ich konnte viel besser atmen und hatte nicht das eklige Gefühl von Feuchtigkeit bei längerem Tragen vor Mund und Nase, auch konnte es schnell gereinigt werden. Gut fand ich auch, dass die Mimik sichtbar ist und so Emotionen besser eingeschätzt werden können. Kurze Zeit später wurden sie offiziell für Firmen verboten, ob und wo ich meines privat noch tragen darf ist für mich Grauzone.


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